Portraitserie Galerieverein
Wir stellen unser Mitglied Stefan Brunnschweiler vor

Stefan Brunnschweiler vor dem Werk Natura morta (1951) von Giorgio Morandi im Kunst Museum Winterthur | Beim Stadthaus.
Stefan, du bist Familienvater und hast einen anspruchsvollen Job. Dennoch engagierst du dich als Vizepräsident im Vorstand des Galerievereins. Was hat dich dazu bewegt?
Mit dem Kunstmuseum fühle ich mich seit jeher eng verbunden, da ich schon als Kind oft mit meinen Eltern die Ausstellungen besucht habe – manchmal aus eigenem Antrieb, öfter aber aus familiärer Verpflichtung… Heute schätze ich es sehr, im Vorstand des Galerievereins aktiv zum Wohle des Museums beitragen zu können. Diese Tätigkeit eröffnet mir spannende Einblicke in das Winterthurer Kulturleben und ich geniesse den anregenden Austausch an den Veranstaltungen des Galerievereins. Solche Begegnungen erweitern meinen Horizont auf persönlicher, kultureller und manchmal auch kulinarischer Ebene. Es ist ein besonderes Privileg, im Vorstand mitwirken zu dürfen – auch wenn es manchmal terminlich herausfordernd ist.
Dein absoluter Lieblingskünstler ist Giorgio Morandi, von dem wir in der Sammlung gleich mehrere Werke haben. Was fasziniert dich an diesem Künstler?
Giorgio Morandi verbrachte fast sein ganzes Leben in seiner Heimatstadt Bologna, wo seine bescheidene Wohnung auch als Atelier diente. In dieser Umgebung entstanden seine reduzierten Stillleben, die sich auf einfache Alltagsgegenstände wie Flaschen, Vasen und Schalen konzentrierten. Diese Gegenstände arrangierte er immer wieder neu in einer sanften Farbpalette aus Beige-, Grau-, Weiss- und Pastelltönen.
Diese lebenslange Konzentration auf das Wesentliche hat auch den mit unserer Familie befreundeten Winterthurer Künstler Manfred Schoch tief beeindruckt. Wie ich dem Notizbuch von «Mascho» Schoch entnehmen konnte, schuf er nach einem Besuch in Bologna – ich kann eine Reise in diese Stadt und in Morandis Wohnung nur empfehlen – drei von Morandis Werken inspirierte Bilder, die ich erwerben konnte. Aus drei Flaschen wurden bei Schoch drei Quadrate, die er unterschiedlich darstellte.
Welche Bedeutung hat Kunst in deinem Leben?
Für mich zeigt die Geschichte von Morandi und Manfred Schoch die beeindruckende Kraft der Kunst: Reisen, ästhetische Ansprüche, Freundschaften, Biographien und Geschichten verweben sich miteinander und unterstreichen die zentrale Rolle, die Kunst in jedem Leben spielen kann.
Welche Ideen zur Entwicklung des Galerievereins hast du als Vizepräsident?
Der Galerieverein hat eine sehr gute Basis. Es ist eine Freude zu sehen, wie viele Menschen an unseren Führungen teilnehmen. Persönlich wünsche ich mir, dass sich die Mitgliederbasis weiterentwickelt und wir neue Kunstinteressierte gewinnen können. Als Musikliebhaber könnte ich mir auch einmal eine Kombination mit einem Konzert vorstellen. Im Museum beim Stadthaus und im Reinhart am Stadtgarten stehen Flügel bereit…